Inspirationen vom Dom für Notre Dame

Einen hochkarätigen Besucher konnte Domdechant Weihbischof Heinz-Günter Bongartz durch den Hildesheimer Mariendom führen. Der Pariser Erzbischof Michel Aupetit machte mit einer Expertengruppe Station in Hildesheim.

Der Pariser Erzbischof Michel Aupêtit (Mitte) lässt sich mit seiner Expertengruppe von Domdechant Weihbischof Heinz-Günter Bongartz (links) durch den Dom führen. © Deppe / KirchenZeitung

Der Pariser Erzbischof Michel Aupêtit (Mitte) lässt sich mit seiner Expertengruppe von Domdechant Weihbischof Heinz-Günter Bongartz (links) durch den Dom führen. © Deppe / KirchenZeitung

Einen hochkarätigen Besucher konnte Domdechant Weihbischof Heinz-Günter Bongartz durch den Hildesheimer Mariendom führen. Der Pariser Erzbischof Michel Aupetit machte mit einer Expertengruppe Station in Hildesheim.

Als im April 2019 die Pariser Kathedrale Notre Dame in Flammen aufging, war nicht nur ganz Frankreich geschockt. Im Rahmen einer Solidaritätsaktion der Domkirchen läuteten damals auch die Glocken des Hildesheimer Domes als Zeichen der Verbundenheit mit der zerstörten Kathedrale.

Für den Wiederaufbau des Gotteshauses ist der französische Staat zuständig und Staatschef Emmanuel Macron hat das ehrgeizige Ziel ausgegeben, dass Notre Dame zu ihrem großen Jubiläum 2025 wieder vollständig rekonstruiert sein werde. Der Pariser Erzbischof Michel Aupetit ist daher zur Zeit mit einer kleinen kirchlichen Expertengruppe auf Kathedraltour durch Europa: Trier, Köln, München, Linz, Budapest - und Hildesheim: „Wir schauen uns Kathedralen wie den Mariendom an, um Vorschläge für die Innensanierung von Notre Dame zu machen“, sagt Aupetit. 

So berichtet Dombaumeister Norbert Kesseler über die Sanierung des Doms und erklärt das Lichtkonzept. Claudia Höhl, Direktorin des Dommuseums, nimmt die großen Kunstgegenstände in den Blick und Domdechant Bongartz spricht über das im Dom aufeinander abgestimmte Zusammenspiel von Kunsthistorie und Liturgie. 

Die Delegation aus Paris interessiert in Hildesheim genau dieses Verhältnis von Kunst und Liturgie, lässt sich von der Ausstrahlung und dem Konzept des neuen Doms inspirieren. „Es wurde uns empfohlen, hierher zu kommen, um zu sehen, wie die Verbindung von alten und neuen Elementen gelingen kann“, betont Aupetit. „Denn Ecclesia, Kirche ist die Kontinuität zwischen dem, was heute getan wird und was in der Vergangenheit getan wurde.“ 

Fasziniert ist der Gast aus Paris von der Integration des Dommuseums in das Gesamtensemble des Doms und der Verkündigung. „Das wünschen wir uns auch für Notre Dame, dass der Besuch der Kathedrale für die Menschen mehr ist als nur ein Museumsbesuch“, so der Pariser Erzbischof.