Der Hildesheimer Dom

Der Hildesheimer Dom St. Mariä Himmelfahrt ist eine der ältesten Bischofskirchen Deutschlands. Baugeschichtlich geht er bis ins 11. Jahrhundert zurück.

Der Dom in Hildesheim.

Die Ursprungsgeschichte des Doms reicht sogar bis in das Jahr 815. Der Legende nach soll ein Reliquienwunder Kaiser Ludwig den Frommen dazu veranlasst haben, an dieser Stelle eine Marienkapelle zu errichten. Auf dieser gründete dann der erste Dombau am Ort des heutigen Domhofes im Jahr 872 durch Bischof Altfrid. Unter Bischof Bernward wird der Dom um 1015 reich mit Kunstwerken ausgestattet. Für die bronzene „Bernwardtür“ lässt er die Westkrypta umbauen und eine neue Vorhalle im Wester errichten. Unter Bischof Godehard wird um 1035 der Westabschluss des Doms abgebrochen und ein neuer Westriegel mit Atrium und Glockenturm erbaut. Im Jahr 1046 wird der Dom allerdings durch ein Feuer massiv beschädigt. Bereits zwei Jahre zuvor hatte Bischof Azelin damit begonnen, westlich des Doms einen größeren Neubau zu errichten. Doch der Neubau hat massive Baumängel. Azelins Nachfolger Bischof Hezilo gibt deshalb den Plan auf und lässt stattdessen einen neuen Dom auf den Grundmauern des früheren AltfridDoms errichten, der 1061 eingeweiht wird.

Über die Jahrhunderte wird der Dom immer wieder erweitert oder verändert. So erfolgt 1079 unter Bischof Hezilo (der dem Dom auch den berühmten Hezilo-Leuchter gestiftet hat) etwa der Bau der Laurentiuskapelle, Bischof Otto von Wohldenberg erbaut 1321 mitten im Kreuzgang die Annenkapelle. Große Veränderungen erfolgen zwischen 1841 und 1850: In dieser Zeit werden der Godehardwestriegel und die Seitenkapellen abgerissen, dafür erhält der Dom eine Doppelturmfassade nach dem Vorbild von St. Godehard in Hildesheim.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wird der Dom am 22. März 1945 von Bomben getroffen. Die Nordseite, das Querhaus und der Ostchor stürzen ein. Die Dächer und Westtürme brennen aus. Nach Kriegsende stürzen weitere Mauerteile ein. Dem Krieg folgt jedoch ein zweites Rosenwunder: Der Tausendjährige Rosenstock, der über die Jahrhunderte die Domapsis umrankt hatte, ging in der Bombennacht ebenfalls in Flammen auf. Doch acht Wochen nach der völligen Zerstörung des Hildesheimer Doms sprossen aus seiner von Trümmern verschütteten Wurzel 25 neue Triebe hervor. Noch heute rankt der Tausendjährige Rosenstock am Hildesheimer Dom empor, er ist eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der Überlieferung nach kennzeichnet er den Ort, dem Bistum und Stadt Hildesheim ihre Entstehung verdanken.

In den 1950er Jahren erfolgt der Wiederaufbau des Doms. Dabei richten sich die Bauherren nach dem Original, der Dom wird auf den Grundmauern des Hezilodoms wiedererrichtet. Am 27. März 1960 kann der Dom durch Bischof Heinrich Maria Janssen neu geweiht werden.

1985 werden der Hildesheimer Dom und der Domschatz zusammen mit St. Michaelis in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

Fotos von der Domeröffnung

Teasergrafik Fotostrecken

50 Jahre nach dem Wiederaufbau ist dann eine Sanierung des Hildesheimer Doms notwendig geworden: Über die Jahrzehnte war an dem Dom nichts mehr verändert worden, lediglich in den 1970er Jahren war eine kleine Putzsanierung erfolgt. Am 10. Januar 2010 wurde der Dom daher für viereinhalb Jahre geschlossen, eine umfangreiche Sanierung beginnt. Am 15. August 2014 wird der Dom dann von Bischof Norbert Trelle wiedereröffnet.

Geschichte des Bistums Hildesheim